Alternative Obstarten und Wildobst

Als weitere Möglichkeit, die Streuobstwiesen resilienter zu machen, wird die Erweiterung des Sortiments mit anderen Obstarten vorgeschlagen wie:

  • Aprikosen, Feigen oder Pfirsich
  • Haselnüsse, Walnüsse, Mandeln und Esskastanien
  • Mispeln, Maulbeeren oder Kaki
  • Wildarten Elsbeeren oder Speierling

Die Arten sollen möglichst tolerant gegen Trockenheit und Hitze sein. Gleichzeitig müssen sie starke Winterfröste überstehen, die trotz Klimawandel immer wieder auftreten können.

Ein Teil dieser Arten ist jedoch anspruchsvoll an Klima und Pflege, wie Aprikosen oder Pfirsiche, deren Blüte außerdem durch Spätfröste gefährdet ist. Walnüsse und Maronen sind trockenheitsverträglich, brauchen für einen wirtschaftlichen Anbau jedoch ausreichende Niederschläge. Sie benötigen außerdem einen relativ langen Zeitraum, bis sie nennenswerte Erträge liefern. Wie dann die Vermarktungssituation aussieht, ist schwer vorhersehbar. Auch das Problem mit Krankheiten und Schädlingen dürfte sich bei einer Ausweitung des Anbaus verschärfen. Maulbeeren sind robust und trockenheitsverträglich. Die Ernte und Verarbeitung der kleinen, empfindlichen und nur kurz lagerbaren Früchte sind jedoch durchaus anspruchsvoll.

Durch die Vielfalt von Sorten und Arten auf Streuobstwiesen werden Totalverluste vermieden und die Biodiversität erhöht, eine rationelle, wirtschaftliche Bewirtschaftung jedoch erschwert. Insgesamt ändern sich die Verwertungs- und Vermarktungsmöglichkeiten stark, verglichen mit dem Absatz über Mostereien und der Saftherstellung. Bei einer Direktvermarktung, der Bewirtschaftung über eine Solidarischen Landwirtschaft oder der eigenen Nutzung der Früchte bleibt mehr Spielraum für neue Arten oder Anbauformen.