Ammenbaum oder Baumscheibe
Wie unterschiedlich die Konzepte sind, sieht man an Vorschlägen für die Anlage von Baumscheiben. Für den wirtschaftlichen Anbau geht man davon aus, dass eine Baumscheibe (kreisförmiger Bereich um den Baum mit ca. 1 m Durchmesser) von Bewuchs freigehalten wird. Hierdurch wird verhindert, dass Gräser und Kräuter mit dem Baum um Wasser und Nährstoffe konkurrieren und das Baumwachstum geschwächt wird. Die Baumscheibe kann mit Mulch oder Kompost abgedeckt werden. Eine Abdeckung im Winter soll aber vermieden werden, um das Auftreten von Wühlmäusen nicht zu begünstigen.
Bei alternativen Konzepten nimmt man an, dass bestimmte Arten keine Konkurrenz zum Obstbaum sind, sondern das Wachstum fördern. Das können Stauden sein oder Ammenbäume. Als Ammenbäume werden z.B. Erlen vorgeschlagen, die in der Lage sind, Stickstoff über Wurzelsymbiosen anzureichern, aber auch einen sehr hohen Wasserbedarf haben. Auch in sog. „Affoltersystemen“ oder „Pocket-Forests“ soll das Wachstum junger Obstbäume durch eine Art Mischkultur unterstützt werden.
Bei engen Pflanzungen mit Baumarten wie Roterlen ist es jedoch wahrscheinlicher, dass bei Trockenheit eine Wasserkonkurrenz entsteht. In einem Versuch des KOB mit der Bepflanzung der Baumscheibe durch einjährige Pflanzen wurde das Baumwachstum eher gehemmt als gefördert.