Warum alte Sorten erhalten?

Streuobstwiesen sind die Heimat für sehr viele unterschiedliche Apfel- und Birnensorten. Manche Sorten eignen sich besonders gut zum Kochen, andere zum Dörren, Brennen oder zur Mostherstellung. Durch moderne Lagermöglichkeiten, Handel und veränderte Verbrauchergewohnheiten verloren diese Sorten mehr und mehr an Bedeutung. Im modernen Erwerbsanbau werden nur relativ wenige, teilweise eng verwandten Sorten angebaut. Durch den starken Rückgang im Streuobstbau drohen alte Sorten nun für immer zu verschwinden. Folgende Gründe sprechen für ihre Erhaltung:

  • Ressourcen für die Züchtung
    Die genetische Vielfalt der alten Sorten bietet ein großes Potential für zukünftige Züchtungen. Ihre Eigenschaften können beim Auftreten neuer Krankheiten, Klimaänderungen und neuen Verbrauchergewohnheiten eine heute noch nicht abzuschätzende Rolle spielen. Viele alte Sorten haben sich über Jahrhunderte erhalten weil sie robust und wenig krankheitsanfällig sind.
  • Sicherung der Biodiversität - Erhaltung der biologischen Vielfalt
    Je vielfältiger ein System ist, umso stabiler ist es über einen langen Zeitraum und unter wechselnden Bedingungen.
  • Kulturhistorische Bedeutung
    Alte Sorten sind ein bäuerliches Kulturgut, das über Jahrhunderte entstanden, gepflegt und bewahrt wurde. Regionale Namen, alte Bräuche und überlieferte Rezepte zeugen von ihrer großen Bedeutung. In den Hungersnöten des 17. und 18. Jahrhunderts sicherten sie der damaligen Bevölkerung das Überleben.
  • Auch heute können sie die Grundlage von regionalen Spezialitäten sein.

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