Bodensee Next-Gen Automatisierung

Fachbereich: Ertragsphysiologie und Produktionstechnik

Projekttitel

Bodensee Next-Gen Automatisierung – X (BONA – X)

Projektlaufzeit

Januar 2026 - Dezember 2027

Hintergrund

Der Obstbau im Bodenseeraum ist strukturell stark abhängig von saisonalen Arbeitskräften, insbesondere für arbeitsintensive Tätigkeiten wie Ausdünnung, Schnitt, Pflanzenschutzkontrolle und Ernte. Gleichzeitig steigen die Lohn- und Sozialkosten durch Anpassungen des Mindestlohns und arbeitsrechtliche Vorgaben kontinuierlich an, was die wirtschaftliche Tragfähigkeit spezialisierter Obstbetriebe zunehmend unter Druck setzt.

Wesentliche Herausforderungen sind:

  • Steigender Mindestlohn und zunehmende Lohnnebenkosten
  • Rückläufige Verfügbarkeit saisonaler Fachkräfte (u. a. durch demografische Effekte und Konkurrenz anderer Branchen)
  • Hoher manueller Arbeitsanteil im Obstbau, insbesondere in strukturell sensiblen Kulturformen wie Apfelanlagen
  • Gefahr einer Verlagerung der Wertschöpfung außerhalb des Bodenseeraums bei fehlender technologischer Transformation

Um die regionale Obstproduktion langfristig zu sichern, muss der Arbeitskräftebedarf durch Automatisierung, digitale Assistenzsysteme und robotikfähige Anbausysteme reduziert und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe gegenüber anderen europäischen und internationalen Produktionsstandorten gestärkt werden.

Das digitale Freilandlabor des KOB setzt hier gezielt an und ermöglicht die Validierung marktnaher Technologien zur Effizienzsteigerung und Arbeitsentlastung im realen Betriebsumfeld.

Projektziel

Aufbau eines Zukunftshubs für Automatisierung und KI im Obstbau am Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee, um digitale und robotikfähige Technologien gezielt in die landwirtschaftliche Praxis zu überführen.

Umsetzung

Mit dem digitalen Freilandlabor am Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee (KOB) schaffen wir eine technologisch erschlossene Referenzumgebung, um Innovationen aus Sensorik, Robotik und KI unter Realbedingungen zur Marktreife zu führen. Hierfür stehen spezialisierte Apfelanlagen (z. B. Kanzi®, Evelina®) in automatisierungsfreundlichen Erziehungssystemen bereit, die über eine moderne Infrastruktur mit flächendeckendem WLAN, Stromanschlüssen und zentralem Datenmanagement verfügen. Als offene Schnittstelle für Technologieanbieter und Forschungseinrichtungen fördert das Projekt durch gezielte ‚Calls for Interest‘ ein internationales Innovationsökosystem.

Forschungsförderung

Gefördert durch das MLR (BW)

Ansprechpartner

Konni Biegert: konni.biegert@kob-bavendorf.de +49 (0)751 7903 343