Bewässerungsbedarf bei Apfel und Birne

Fachbereich: Ertragsphysiologie und Produktionstechnik

Projekttitel

Bestimmung des Bewässerungsbedarfs bei Apfel und Birne im Argental mit Sensorik und Modellierung (BASM)

Projektlaufzeit

Januar 2026 - Dezember 2028

Hintergrund

Der Klimawandel führt im Obstbaugebiet Argental zunehmend zu verlängerten Trockenperioden und erhöhtem Wasserstress, was eine effiziente Bewässerung von Apfel- und Birnenanlagen auf den vorherrschenden leichten Sand- und Kiesböden zu einer zentralen betriebswirtschaftlichen und ökologischen Herausforderung macht. Diese Herausforderung kann jedoch nur bewältigt werden, wenn Daten vorliegen, wie hoch der regionale Wasserbedarf von Kernobst ist. Das Ziel ist ein optimales Versorgungsniveau, bei dem der Ertrag und die Qualität der Früchte nicht durch Wasserstress gemindert wird, und zugleich keine Überversorgung entsteht, die das Baumwachstum unnötig verstärkt. Bisher wird nur ein kleiner, aber stetig wachsender, Teil der Obstbauflächen am Bodensee bewässert. Im Argental um Kressbronn und Oberdorf können durch die Wasserentnahme aus dem Argen, sowie Grundwasserbrunnen der Beregnungsverbände, vergleichsweise viele Flächen bewässert werden. Niedrigpegel von Argen und Grundwasser während heißer Trockenphasen führen regelmäßig zu Einschränkungen der Wasserentnahme.

Projektziel

Das Projekt verfolgt das Ziel einer standortoptimierten, bedarfsgerechten Bewässerung im Obstbau (Apfel und Birne). Zum Einsatz kommen klassische Sensoren zur Bemessung der Wasserverfügbarkeit im Boden, sowie die ALB-Bewässerungsapp, die fortlaufend versuchstechnisch geprüft wird.

Mithilfe modernster Sensorik soll die Entwicklung des Wasserbedarfs im Saisonverlauf ermittelt werden, um das Modell auf diese Dynamik hin genauer anzupassen.

Erstmals wird zudem die Bewässerungsempfehlung für die Kultur Birne durchgeführt angepasst und geprüft. Durch diese Entwicklungen können Wasserressourcen geschont werden, ohne Ertrags- und Qualitätseinbußen.

Das Projekt kombiniert High-Tech-Sensorik (multispektrale LiDAR) mit agronomischer Feldforschung, um den Obstbau fit für den Klimawandel zu machen – weg von der Pauschalbewässerung, hin zum datengesteuerten Präzisionsanbau.

Umsetzung

1. Bei Obstbauern werden Birnen- (Sorte Xenia® / ‘Nojabrskaja’) und Apfelanlagen (Sorte ‚Gala‘) umgerüstet, damit drei verschiedene Bewässerungsstrategien durchgeführt werden können.

  • Sensorbewässerung: Zum Einsatz kommen digitale Saugspannungssensoren des Typs ‚Watermark‘. Diese übermitteln Daten drahtlos über ein IoT-Netzwerk.
  • ALB Bewässerungs-App: Die App modelliert täglich den Bodenwasserspeicher über eine klimatische Wasserbilanz und feldspezifischen Faktoren.
  • Betriebsüblich: Zur Ermittlung des Einsparpotenzials von Sensor- & App-gesteuerter Bewässerung, werden einzelne Reihen nach betriebseigener Praxis bewässert.
  • Unbewässerte Kontrolle: Die Kontrolle ohne Bewässerung ist notwendig zur Ermittlung des Bewässerungseffekts.

2. Nutzung technischer Innovationen & Sensorik

  • Drone mit multispektralem LIDAR Sensor:
    • Aufnahme der Versuchsfelder mittels eines LiDAR-Systems mit zwei Wellenlängen zur Erfassung der Baumstrukturen.
  • Hochpräzise Datenerfassung: Nutzung von RTK-GNSS und IMU-Sensorik für eine zentimetergenaue Georeferenzierung der Vegetationsdaten.
  • Abgleich mit Thermaldaten zur Detektion von Wasserstress.
  • Saugspannungssensoren (Typ ‚Watermark‘) in allen Varianten messen die Wasserverfügbarkeit in zwei Bodentiefen über die Saison.

3. Monitoring und Transfer in die Praxis

  • Praxistaugliche Bewässerungsstrategien mit Sensorik und ALB Bewässerungs-App werden getestet und weiterentwickelt.
  • Das Ertragsverhalten der Obstbäume und Qualität der Früchte (Flächenertrag und Fruchtgröße) werden überwacht.

Projektpartner

Zur Durchführung des Projekts wurde eine Operationelle Gruppe (OPG) gegründet. Unter der Koordination des KOB finden sich folgende Partner in der OPG:

 

Forschungsförderung

Gefördert durch EIP-AGRI

Ansprechpartner

Silas Föll: silas.foell@kob-bavendorf.de +49 (0)751 7903 400