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Projektergebnisse

 

Titelseite Bericht SortenerhaltungIm Interreg IIIA-Projekt "Erhaltung alter Kernobstsorten im Bodenseeraum" wurde das in der Bodenseeregion noch vorhandene Sortenspektrum bei Apfel und Birne inventarisiert und es wurden gemeinsam Maßnahmen zur Sortenerhaltung erarbeitet. Die Ergebnisse werden ausführlich im Endbericht zum Projekt (pdf / 8,7 Mb) vorgestellt.

 

Die Projektpartner erarbeiteten zunächst eine gemeinsame Methodik für die Sortenkartierung, die Inventarisierung und die Dokumentation der vorgefundenen Sorten, wobei vor allem die Vorarbeiten der Schweiz wertvoll waren. Insgesamt konnten in der Projektregion 253 Birnensorten und 387 Apfelsorten sicher bestimmt werden. Die außerordentlich hohe Bestimmungsquote von rund 64% ist das erfreuliche Ergebnis der internationalen Zusammenarbeit der Pomologen. Hinzu kam die im Laufe des Projektes am Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee etablierte Methode der genotypischen Bestimmung; für 250 vorher sicher bestimmte Apfelsorten und 53 Birnensorten wurde ein „genetischer Fingerabdruck“ erstellt, der nun als untrügliches Referenzmuster zur
Verfügung steht.

Fast drei Viertel der Sorten sind gefährdet oder bedingt gefährdet, sie stehen oft nur noch in einzelnen alten Exemplaren in den Streuobstbeständen. Auch die in Bayern durchgeführte Bestandskartierung Streuobst belegt die Überalterung und den schlechten Pflegezustand der Streuobstwiesen. Jede gefährdete oder regionaltypische Sorte wird nun in mindestens zwei voneinander weiter entfernten Sortengärten in der Bodenseeregion erhalten, der größte befindet sich am KOB.

 Ein weiteres Projektziel war es, Maßnahmen zu erarbeiten, welche der Sortenerhaltung in der Fläche dienen, also der Sortenerhaltung durch Nutzung. Hierfür wurden zunächst am KOB jährlich die wertgebenden Inhaltstoffe Zucker, Säure und Vitamin C der 250 im
Sortengarten befindlichen Apfelsorten bestimmt, um Hinweise über die Eignung für verschiedene Zwecke zu erhalten. Kommen zu guten Analysewerten noch gute Baumeigenschaften (robust, widerstandsfähig gegen Krankheiten, kräftiger Wuchs etc.) hinzu, wird eine Sorte als anbauwürdig eingestuft und eignet sich folglich für eine stärkere Verbreitung. Deshalb wurden Reiser dieser Sorten an Baumschulen zur Weiterkultur abgegeben.

 Ergänzt wurde die Projektarbeit durch vielfältige Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit, mehrere Pomologie-Seminare zur Schulung interessierter Personen als Multiplikatoren in der Sortenbestimmung, aber auch durch zahlreiche Schnitt- und einige Veredelungskurse.

 Insgesamt gesehen hat die grenzübergreifende Zusammenarbeit erhebliche Synergieeffekte gebracht und kann als großer Erfolg angesehen werden; in einem Folgeprojekt zur Feuerbrandbekämpfung baut man auf den Projektergebnissen auf, die Kooperation zum gegenseitigen Vorteil in der Bodenseeregion wird also weiter ausgebaut.