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Pflaumenwickler

Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Wickler (Torticidae)
Deutscher Name: Pflaumenwickler
Wissenschaftlicher Name: Laspeyresia funebrana, Syn. Grapholita, Cydia

Der Pflaumenwickler ist einer der wichtigsten Schädlinge an Zwetschgen und Pflaumen, vereinzelt befällt er auch Aprikosen, Pfirsiche und Schwarzdorn.
In milden Lagen tritt er gehäuft auf. Schäden sind meist an Spätsorten zu finden.

Schädlingsbeschreibung
Der Falter ist etwa 0,8 cm lang, seine Flügelspannweite beträgt 11-15 mm. Die Vorderflügel sind matt lila bis grau mit dunkler verschwommener Zeichnung. Die Hinterflügel sind graubraun.
Die Eier haben einen Durchmesser von rund 1 mm, sind flachoval und durchscheinend. Sie werden einzeln abgelegt.
Im frühen Entwicklungsstadium haben die Raupen einen weißen Körper, später werden sie rötlich mit dunkelfarbigem Kopf. Sie erreichen eine Länge von 10-15mm. Ein Analkamm ist vorhanden.
Die Puppe ist 6-7mm lang und hellbraun.

Biologie (Lebenszyklus als ppt-Datei)
Die ausgewachsenen Raupen (L5) überwintern in einem Kokon hinter Rindenschuppen. Der Falterflug der 1. Generation kann von Ende April bis Juni beobachtet werden, die Falter der 2. Generation fliegen von Juli bis Anfang September.
Die dämmerungs- und nachtaktiven Falter legen bei Temperaturen >16°C ihre Eier einzeln auf die Frucht. Nach 9-15 Tage schlüpfen die jungen Raupen und bohren sich sofort in die Früchte ein.
Jungfrüchte, die durch Raupen der 1. Generation geschädigt wurden, fallen vorzeitig zu Boden. Die Raupen entwickeln sich in der Frucht weiter. Nach 5 Lavenstadien sind sie ausgewachsen und verlassen die Frucht. Ein Teil der Tiere geht schon jetzt in die Winterdiapause. Der andere Teil verpuppt sich erneut. Nach einer Puppenruhe von 10-14 Tagen schlüpfen die Falter der 2. Generation. Die Eiablage dieser Herbstgeneration erfolgt auf große, aber meist noch grüne Früchte. Diese bleiben meist am Baum hängen oder fallen kurz vor der Ernte ab. Nach einer Entwicklungszeit von 3-5 Wochen, in der sich die Raupen vom Fruchtfleisch ernähren, verlassen sie die Früchte und suchen ihr Winterquartier auf. Der Falterflug der ersten und zweiten Generation überschneidet sich.
In kühlen Sommern entwickelt sich nur teilweise eine zweite Generation.

Schadbild
Der Schaden, der durch die Raupen der 1. Generation hervorgerufen wird, zeigt sich an frühzeitig violett verfärbten Früchten, die bereits im Juni und Juli abfallen. Dieser Befall wird häufig als natürlicher Fruchtfall angesehen und nicht mit dem Pflaumenwickler in Verbindung gebracht. Der Fraßgang führt erst in Richtung Fruchtstiel und dann zur Fruchtmitte. Die Raupe verlässt die Frucht durch eine 2 mm große Ausgangsöffnung an der Seite.
Der Spätbefall im August und September, verursacht durch die Raupen der 2. Generation, zeigt sich an vorzeitig reifen und weichen Früchten. Unter der Fruchtoberhaut ist ein feiner Miniergang zu erkennen, der direkt zum Stein führt. Das Einbohrloch in die Frucht ist mit einem farblosen gummiartigen Tröpfchen versehen und befindet sich meist gut sichtbar auf der unteren Fruchthälfte. Schneidet man die Frucht auf, sind um den Stein die mit Kot gefüllten Fraßkammern zu sehen.

Verwechslungsmöglichkeiten - keine -
Von Pflaumensägewespen befallene Früchte in der frühen Nachblüte weisen ein deutlich zu erkennendes kreisrundes Loch an noch kleinen, grünen Früchte auf.

Kontrolle
Die Überwachung des Falterflugs erfolgt mit Pheromonfallen. Diese müssen spätestens ab Ende April in den Anlagen aufgehängt werden.

Bekämpfung
Die 1. Generation ist meist nicht bekämpfungswürdig. Eine Behandlung sollte nur bei schwachem Behang und bei Frühsorten in extremen Befallslagen erfolgen. Frühbefall bei Spätsorten ist zu vernachlässigen.
Eine Bekämpfung der 2. Generation sollte bei mittelspäten und späten Sorten unbedingt durchgeführt werden.