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Mehlige Apfelblattlaus

Überfamilie: Blattläuse (Aphidoidea)
Familie: Röhrenläuse (Aphididae)
Deutscher Name: Mehlige Apfelblattlaus
Wissenschaftlicher Name: Dysaphis plantaginea


Die Mehlige Apfelblattlaus ist von sehr hoher wirtschaftlicher Bedeutung. Ihr starkes Vermehrungspotential und die massiven Schäden, welche sie an Trieben und Früchten verursacht, machen sie zur gefürchtetsten aller Blattlausarten im Apfelanbau.
Im Frühsommer wandern die geflügelten Tiere auf ihren Sekundärwirt, meist Wegericharten, ab. Ein natürlicher Befallsrückgang kann festgestellt werden.
Die natürliche Regulierung über „Blattlausräuber“ reicht häufig nicht aus, weshalb eine zusätzliche Bekämpfungsmaßnahme in den meisten Fällen unumgänglich ist.
Der Name „Mehlige“ rührt vom Aussehen der Adulten her. Ihr Hinterleib ist mit einem mehlig-weißen Wachsstaub bedeckt. Es besteht eine Verwechslungsgefahr mit den Adulten der Apfelfaltenläusen.

 

Schädlingsbeschreibung
Die Mehlige Apfelblattlaus ändert im Laufe ihrer Entwicklung ihre Farbe. Jungläuse sind anfangs beige, später rosa. Ausgewachsene Tiere haben einen blaugrauen, häufig mit weißem Wachspuder bedeckten, Körper. Dieser ist rundlich und etwa 2-3 mm groß. Die schwarzen Siphonen überragen den Hinterleib.
Geflügelte Formen sind nahezu schwarz. Ihre Flügel sind fast doppelt so lang wie ihr Körper.
Die Eier ähneln sehr denen der anderen Blattlausarten und können daher nicht voneinander unterschieden werden. Sie sind schwarz glänzend, elliptisch und etwa 0,5 mm groß. Sie werden einzeln oder in kleinen Gruppen (<3 Eier) auf mehrjährigem Holz abgelegt.

Lebensweise (Lebenszyklus als ppt-Datei)
Die Eiablage erfolgt im Herbst in die Rindenrisse der Zweige und an der Knospenbasis. Auf die glatte Rinde werden die Eier selten abgelegt.
Die Jungläuse der Mehligen Apfelblattlaus schlüpfen etwas später als die der Apfelfaltenlaus. Bis zu ihrer Entwicklung zur Stammmutter saugen sie an Knospen, Blütenbüschel und Blattrosetten bevor sie die Jungtriebe befallen.
Die Vermehrung erfolgt ungeschlechtlich und lebendgebärend, also ohne Eiablage. Die „Mehlige“ verfügt über ein enormes Vermehrungspotential. Eine Stammmutter kann bis zu Hundert Nachkommen erzeugen. Im Mai und Juni können so bereits große Blattlauskolonien, bevorzugt an Kurztrieben, beobachtet werden. Der Anteil geflügelter Tiere in den Kolonien steigt zunehmend an. Diese wandern bis spätestens Mitte Juli auf ihren Sommerwirt, verschiedene Wegerich-Arten, ab. Dort werden weitere Generationen durchlaufen. Die Vermehrung läuft bis zum Triebabschluß, der Schlupfzeitraum erstreckt sich über mehrere Wochen. Zunehmend wird auch ein Befall während des Sommers festgestellt.
Zu Herbstbeginn wandern die Läuse vom Wegerich zurück auf die Apfelbäume. Nach erfolgter geschlechtlicher Vermehrung im September und Oktober werden die Wintereier abgelegt.

Schaden
Ein Befall durch die Mehlige Apfelblattlaus kann massive Schäden an Blättern, Früchten und am Holz verursachen.
Befallene Blätter zeigen gelbliche, später braun-schwarze Verfärbungen. Sie verfärben sich niemals rot. Infolge des Saugakts rollen sich die Blätter nach unten ein und sind zum Teil stark verkrüppelt. Sie können vorzeitig abfallen.
Die Triebe sind gestaucht und verdreht. Dies kann bei Jungbäumen die Kronenerziehung erschweren bzw. unmöglich machen.
„Blattlausäpfel“ bleiben klein, hart und sind häufig deformiert, besonders im Kelchbereich. Sie fallen nicht vorzeitig ab. Spät befallene Früchte erreichen fast ihre normale Größe, sie sind aber verformt und höckerig. Bei manchen Sorten (Topaz) zeigen sich hellrote Flecken auf der Fruchthaut, der Apfel selbst ist jedoch nicht verformt.
Im Folgejahr kann der Fruchtansatz geringer ausfallen.

Kontrolle
Die Astprobenkontrolle im Winter auf abgelegte Eier lässt keine zuverlässigen Aussagen über das mögliche Befallsaufkommen im Frühjahr zu.
Visuelle Kontrollen in der Vorblüte sind äußerst wichtig. Untere stammnahe Kronenpartien sollten gründlich nach Stammmüttern und ersten kleineren Kolonien abgesucht werden. Die Schadensschwelle liegt zu dieser Zeit bei 1-(2) % befallener Knospenaustriebe.
Nach der Blüte sind befallene Bäume an der gut sichtbaren Blattrollung zu erkennen. Bei mehr als 1-(2) % befallener Bäume sollte eine Regulierung erfolgen.
Gegen Sommer kann ein höherer Befallsgrad (bis 10 % befallener Langtriebe) geduldet werden, da zu diesem Zeitpunkt die Gefahr von Fruchtschäden nicht mehr gegeben ist und die Blattläuse kurz vor dem Abwandern sind.

Vorbeugende Maßnahmen und Bekämpfung
Erfahrungsgemäß stärker befallen werden stark wüchsige Bäume. Schnitt- und Düngungsmaßnahmen sollten deshalb „ausgewogen“ durchgeführt werden.
Bei der Neupflanzung sollten auch Sortenunterschiede bezüglich der Anfälligkeit gegenüber Blattläusen beachtet werden. Die Sorten Topaz gilt als sehr anfällig.

 

Die Schonung und Förderung der natürlichen Blattlausfeinde, allen voran die Schwebfliegen, Florfliegen und Marienkäfer sind bestimmt anzuraten. Eine alleinige Kontrolle mit Gegenspieler ist aber in den meisten Fällen nicht ausreichend. Die Mehlige Apfelblattlaus erscheint früh im Jahr und kann sich auch bei niedrigen Temperaturen weiterentwickeln, während ihre „Räuber“ noch nicht aktiv sind.
Die Bekämpfung ist wegen des langen Schlupfzeitraums schwierig. Bester Behandlungserfolg ist bei einer frühen Spritzung, noch vor dem Einrollen der Blätter, gegeben. Dabei sollte die gesamte Baumkrone inklusive der Stockausschläge behandelt werden.