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Feldmaus

Feldmaus (Microtus arvalis)
Familie: Wühlmäuse


Die Aktivität der Feldmaus zeigt sich weniger ausgeprägt als bei der Wühlmaus (Schermaus) und dem Maulwurf. Charakteristische Merkmale für ihre Anwesenheit sind viele unregelmäßig verteilte Mäuselöcher und oberirdische Laufgänge. Sie macht keine Erdhaufen.
Die Feldmaus nagt die Obstbäume an der Stammbasis ringförmig ab. Geschädigt werden Bäume aller Altersstufen. Der Befall an Jungbäumen führt oft zum Absterben.
Feldmäuse verfügen über ein enormes Vermehrungspotential.


Aussehen
Die Feldmaus hat ein kurzes, hellbraun bis graues Fell, die Bauchseite ist heller gefärbt. Sie ist 8-11 cm lang. Sie besitzt abgerundete, unauffällige Ohren und kleine schwarze Augen. Der Schwanz ist kürzer als der von der Schermaus.

Lebensweise
Feldmäuse bevorzugen offenes Gelände als Lebensraum. Sie verlassen häufig ihr Gangsystem um nach grünen Pflanzenteilen, Samen und Körnern zu suchen. Gelegentlich fressen sie auch verholzte Pflanzen. Die Gänge verlaufen nahe der Erdoberfläche, sie sind kleiner als die der Schermäuse.
Eine „Mäusin“ hat im Jahr 3-7 Würfe mit jeweils 3-9 Jungen. Die Säugezeit beträgt 12 Tage, kurze Zeit später sind die Jungmäuse geschlechtsreif.

Schaden
Die Anwesenheit von Feldmäusen erkennt man an vielen Mäuselöchern im Boden und oberirdischen Laufspuren. Die aus dem Gang entfernte Erde ist rund um die Löcher verstreut.
Die Bäume werden ringförmig an der Stammbasis abgenagt. Dies führt zur Schwächung bis hin zum Absterben befallener Bäume. Grundsätzlich werden Bäume aller Altersklassen befallen. Der Fraß erfolgt meist den Winter über, manchmal geschützt durch die Schneedecke und wird daher häufig erst spät bemerkt.

Vorbeugende Maßnahmen
Ungünstige Lebensbedingungen finden die Feldmäuse bei kurz gehaltenem Gras in der Fahrspur und vegetationsfreien Baumstreifen vor. Durch diese Maßnahme können Greifvögel und Raubtiere die Mäuse zudem schneller auffinden. Sitzstangen und Nisthilfen fördern die Ansiedlung von Greifvögeln. Ein Steinhaufen dient Wieseln als Versteck.
Im Hausgarten empfiehlt sich die Pflanzung der Bäume in Drahtkörben. Dies schützt die Wurzeln.
Im Herbst sollte das Fallobst gründlich aufgesammelt werden, um Mäuse nicht anzulocken.

Regulierung
Eine althergebrachte und wirksame Methode ist das Fangen der Mäuse mit Mausfallen. Im Winter, wenn das Nahrungsangebot knapp ist, ist der Fangerfolg am höchsten. Neben Speck und Käse wird Nutella von den Mäusen gerne als Köder angenommen. Wichtig ist das Stellen der Mausfallen quer zum Wechsel; die Mäuse können so von beiden Seiten in die Falle laufen.
Feldmäuse sind, im Unterschied zu Wühlmäusen, Körnerfresser. Im Handel sind Getreidekörner und gepresstes Mischfutter („Linsen“) mit Rodentizidimprägnierung erhältlich. Diese sollten jedoch nur in bewohnte Mauslöcher gegeben werden. Vor der Ausbringung deshalb die „Aktivität“ wie folgt prüfen: Man befüllt das Mausloch mit Erde und schaut am nächsten Tag ob es wieder aufgeschoben ist. Ist dies der Fall, ist der Gang noch bewohnt und man kann den „Giftweizen“ reinlegen. Zur Arbeitserleichterung gibt es spezielle Legeflinten. Das Giftgetreide muss tief in die Gänge gelegt werden, damit andere Tiere wie zum Beispiel Vögel und Wild, aber auch Haustiere nicht gefährdet werden. Es ist verboten, Giftweizen zu streuen oder in Röhren auszubringen.
Ein Befallsherd kann mit speziellen Köderstationen bekämpft werden. Die Fraßköder liegen, vor Nässe geschützt, im Innern der Station. Die Köder werden hierdurch nicht so schnell abgebaut und es können keine anderen Tiere an die Giftsubstanz gelangen.


Eine nahe Verwandte der Feldmaus ist die Erdmaus (Microtus agrestis).
Mit einer Länge von etwa 9-12 cm ist sie etwas größer als die Feldmaus. Sie ist dunkler gefärbt und die Ränder der Ohrmuscheln sind behaart. Als Lebensraum bevorzugt sie eine dichte und geschlossene Vegetationsschicht. Ihre Laufspuren und Mauslöcher werden, verborgen unter dem Gras, erst spät bemerkt.
Im Verhalten und bei der Vermehrung ähnelt sie der Feldmaus.
Sie frisst hauptsächlich an Bäumen, Körner werden kaum angenommen. Die Bekämpfung gestaltet sich damit sehr schwierig.
Der Schaden zeigt sich zunächst an ringförmig abgenagter Rinde an der Stammbasis. Sie nagt später entlang der Hauptwurzel und schädigt so das Wurzelwerk.


Beobachtungen aus der Praxis
- Noch vor dem ersten Schnee sollte der „Giftweizen“ in die aktiven Löcher (Löcher mit deutlicher Laufspur) gelegt werden. Direkt nach der Schneeschmelze sieht man anhand der Laufspuren sehr deutlich, welche Löcher noch bewohnt sind. Diese sollten noch einmal belegt werden.