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Apfelrostmilbe

Ordnung: Milben (Acari)
Familie: Gall- und Rostmilben (Eriophyidae)
Deutscher Name: Apfelrostmilbe
Wissenschaftlicher Name: Aculus schlechtendali

Die Apfelrostmilbe gehört zu den frei auf Pflanzen lebenden Gallmilben, sie verursacht keine Gallen. Sie tritt häufig an Apfel und Birne auf. Ein geringer Befall kann toleriert werden, zumal die Rostmilben Ersatznahrung für viele verschiedene Nützlinge sind. In Junganlagen kann es im Sommer aufgrund noch kleiner Nützlingspopulationen, besonders die der Raubmilben, zu massivem Befall kommen. Feuchtwarme Witterung wirkt befallsfördernd. Das Schädlingsaufkommen schwankt von Jahr zu Jahr sehr stark
Der Name „Rostmilbe“ geht auf die Schadsymptome zurück, welche sie an den Blättern hinterlässt. Infolge der Saugtätigkeit ist die Blattunterseite bräunlich verfärbt („berostet“).


Aussehen
Mit einer Größe von nur 0,15-0,20 mm sind die spindelförmigen, gelblich-brauen Milben nur mit der Lupe (mindestens 15-fache Vergrößerung) zu erkennen. Sie besitzen 4 Vorderbeine, ihre Hinterbeine sind nur in Ansätzen vorhanden.

Lebensweise
Die Weibchen überwintern meist in Kolonien in der Schattenzone und unter Lateralknospen einjähriger Triebe und an Knospenachseln. Zum Knospenaufbruch im März werden sie aktiv. Die direkte Nähe zu den Knospen erleichtert den äußerst langsamen Tieren die Besiedlung der sich entwickelnden Blatt- und Blütenorgane. Im Stadium Grüne und Rote Knospe erfolgt die Eiablage. Nach etwa 10 Tagen schlüpfen die Nymphen, welche wenig später die Männchen und Weibchen der ersten Generation geben. In Abhängigkeit von Standort und Temperatur folgen mehrere, sich überlappende Generationen. Im Juni kann man eine rasche Populationszunahme beobachten. Die Entwicklung vom Ei über Larve, Nymphe und eingebetteter Ruhezeit hin zum erwachsenen Tier läuft, heiße Witterung vorausgesetzt, in nur 1-2 Wochen ab. Diese kurze Generationenfolge ermöglicht den Milben unter günstigen Bedingungen eine Massenvermehrung. Der Befallshöhepunkt liegt im Juli und August. Zu diesem Zeitpunkt findet man auf der Unterseite der Blätter häufig mehrere 100 Milben. Ende August lässt die Vermehrung nach, die Population geht rasch zurück. Die Weibchen ziehen sich in ihr Winterquartier zurück.

Schaden
Rostmilben stechen die Epidermiszellen auf der Blattunterseite an und saugen sie aus. Dies führt zu einem Blattgewebeschaden. Blattunterseits sind anfangs gelbliche, ineinanderfließende Flecken zu sehen welche später in die typischen rostig-braunen Verfärbungen übergehen. Die Oberseite wirkt matt und glanzlos. Stark befallene Blätter werden silbrig, manchmal braun und vertrocknen allmählich. Sie krümmen sich „kahnförmig“ nach unten ein. Neben einer erhöhten Berostung zeigen die Früchte in manchen Fällen eine schlechtere Ausfärbung. Dies ist sortenabhängig und wird häufig bei Jonagold, Elstar, Gala und Braeburn festgestellt.

Kontrolle
Bei der Astprobenkontrolle in den Wintermonaten können die Rostmilbenkolonien mit untersucht werden. Liegt an den Lateralknospen ein massiver Befall vor, ist ganz sicher mit einem starken Befall im Folgejahr zu rechnen. Findet man bei der Astprobenkontrolle keine Rostmilben, bedeutet dies jedoch nicht automatisch eine geringe Befallsgefahr im Sommer. Zur Kontrolle der Rostmilben sind daher regelmäßige visuelle Kontrollen der Blätter (Blattunterseite) ab Ende Mai besser geeignet. Nach der Blüte liegt die Schadensschwelle bei 200-300 Milben/ Blatt. Im Sommer sollten an Blättern vom oberen Drittel der Langtriebe nicht mehr als 300-400 Milben/ Blatt gefunden werden. Gegen Ende der Saison können bis zu 1000 Milben/ Blatt toleriert werden.

Bekämpfung
Rostmilben werden häufig zwangsläufig bei anderen Spritzungen „mitdezimiert“. So haben Behandlungen gegen die „Rote Spinne“ und vor der Blüte und im Sommer durchgeführte Netzschwefelspritzungen gegen Schorf- und Mehltaukrankheiten Nebenwirkungen auf die Rostmilbenpopulation.
Eine intakte Nützlingsfauna, allen voran Raubmilben und räuberisch lebende Wanzen, trägt zur natürlichen Regulierung der Rostmilben bei. Zu deren Schonung sollte der Einsatz breit wirksamer Insektizide weitestgehend vermieden werden.