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Apfelgraslaus

Überfamilie: Blattläuse (Aphidoidea)
Familie: Röhrenläuse (Aphididae)
Deutscher Name: Apfelgraslaus
Wissenschaftlicher Name: Rhopalosiphum insertum


Die Apfelgraslaus tritt vorwiegend an älteren Apfel- und Birnbäumen auf. Sie ist dort meist über die ganze Baumkrone verteilt. Trotz ihres zeitigen Erscheinens im Frühjahr und ihrer teilweise großen Kolonien verursacht sie meist nur leichte Blattrollungen. Ein Befall kann daher weitgehend toleriert werden. Sie gilt vielmehr als erste Nahrungsquelle für früh auftretende Blattlausfeinde und sollte allein schon deswegen geschont werden. Die Apfelgraslaus gehört zu den wirtswechselnden Arten. Im Sommer wandert sie auf Gräser, bevorzugt auf das Einjährige Rispengras, ab.

 

Beschreibung
Der Körper der ausgewachsenen Apfelgraslaus ist grün. Im Unterschied zur Grünen Apfelblattlaus verlaufen auf ihrem Rücken zwei dunkler gefärbte Längsstreifen. Die kurzen Hinterleibsröhrchen und Beine sind hell gefärbt, die blassen kurzen Fühler sind an der Spitze mit schwarzen Punkten versehen.
Die grüngelben Larven werden besonders in der ersten Generation gerne mit denen der Grünen Apfelblattlaus verwechselt.
Die schwarz glänzenden Wintereier gleichen im Aussehen denen der anderen Blattlausarten auf Apfel. Sie werden einzeln an älterem Holz abgelegt.

Biologie
Die Apfelgraslaus ist in der Regel die erste im Frühjahr erscheinende Läuseart an Apfel. Gleich nach dem Schlupf aus den Wintereiern im März besiedeln die Larven die aufbrechenden Knospen. Sie saugen zunächst an den jungen Blättchen der Blütenknospen, später auch an Blütenblättern. Die Stammmutter bringt ohne vorhergehende Befruchtung ungeflügelte Jungläuse zur Welt. Die meisten Tiere der darauffolgenden Generation sind geflügelt. Diese wandern ab Vollblüte auf Gräser ab. Bis Ende Mai sind alle Geflügelten auf ihren Sommerwirt gewechselt, wodurch der Befall der Apfelbäume rasch abnimmt. Im Herbst fliegen die Weibchen wieder auf die Obstbäume zurück. Deren weibliche ungeflügelten Nachkommen paaren sich mit den, von den Gräsern zurückfliegenden Männchen. Die Eier werden noch vor dem Blattfall einzeln, seltener in kleinen Gruppen, an Kurztrieben und in Rindenrissen abgelegt.

Schädigung
Nach der Blüte richten die Apfelgrasläuse kaum noch Schaden an. Zuvor können leichte Kräuselungen der Blätter auftreten. Größere Schäden entstehen nur bei sehr hohen Populationsdichten, welche manchmal nach stark verregneten Sommern mit starkem Graswuchs zustande kommen. Früchte werden nicht befallen.

Kontrolle und Bekämpfung
Die Apfelgrasläuse sind im Frühjahr die erste Nahrungsquelle für Schlupfwespen und Blattlausräuber. Letztgenannte können durch den Fraß der Jungläuse relativ zeitig im Jahr große Populationen aufbauen, welche später weit gefährlichere Blattlausarten dezimieren können.
Eine Bekämpfung der Apfelgrasläuse ist aufgrund ihrer geringen Schädlichkeit nur in den seltensten Fällen gerechtfertigt. Die Schadensschwelle liegt bei 80 Kolonien je 100 Blütenbüschel.