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Die Alkoholfalle

Durch Trockenheit, mechanische Verletzungen, Frosteinwirkung oder sonstige Ursachen geschwächte Bäume geben bestimmte chemische Substanzen, unter anderem auch Alkohole ab, die bestimmte Insekten anlocken. Bei der Flugüberwachung des Kleinen und des Ungleichen Holzbohrers (Xyleborus saxeseni und dispar) wird genau dieses Wirkprinzip ausgenutzt. Im zeitigen Frühjahr, noch vor dem Ausschwärmen der Käfer, werden Alkoholfallen aufgehängt. Diese bestehen aus einer Prallfläche und einem dazugehörigen Behälter mit Lockstoffflüssigkeit (Ethylalkohol, vergällter Alkohol). Der Alkohol lockt die Käfer in fast gleichem Maße an wie die geschwächten Bäume. Die Weibchen prallen auf die Kunststofffläche und fallen in den darunter hängenden Flüssigkeitsbehälter. Eine Eiablage wird dadurch unterbunden.
Die Käfer fliegen erst ab Tagesmaximaltemperaturen von über 18°C. Dies ist in der Regel Mitte bis Ende März der Fall. Die Alkoholfallen sollten zu diesem Zeitpunkt in den Anlagen verteilt sein.
Zur reinen Flugüberwachung genügen 1-2 Fallen je Hektar. Werden mehr als 20 Käfer je Falle gefangen sollten ab Ende März bis Mai weitere Kontrollen auf sich einbohrende Käfer (Einbohrlöcher am Stamm mit weißem Bohrmehl) durchgeführt werden.
In stark gefährdeten Anlagen (Vorjahresbefall beachten) werden mindestens 8 Fallen/ ha aufgehängt. Dies ist die einzige sinnvolle direkte Bekämpfungsmaßnahme.

Regelmäßiges Kontrollieren der Fallen ist wichtig. Bei anhaltend warmen Temperaturen über 20°C werden die Fallen 1x/ Woche ausgezählt; der Alkohol sollte bei Bedarf aufgefüllt werden (Verflüchtigung der alkoholischen Stoffe). Bei kühler Witterung ist eine Kontrolle im Abstand von zwei Wochen ausreichend. Nach starken Niederschlägen (Verdünnung) muss die gesamte Lockstoffflüssigkeit ausgewechselt werden.
Der Flug erstreckt sich über 2-3 Monate, die letzten Käfer werden in der Regel Mitte Juni gefangen. Um unnötige Fänge von Nützlingen zu vermeiden, sollten die Fallen sofort nach Ende des Fluges abgehängt werden.

Wer die Alkoholfallen nicht kaufen möchte hat sie schnell selbst gebaut.

Benötigte Materialien
 -  Trichter (Ø 25 cm)
 -  2 Kunststoffplatten (400 x 240 x 7 mm)
 -  1 Kunststoffplatte (400 x 400 x 7 mm)
 -  Plastikflasche (500 ml)
 -  evtl. Einlegesieb

Bauanleitung
Jede der beiden Kunststoffplatten wird auf der längeren Seite mittig etwa bis zur Mitte eingesägt und über Kreuz ineinander gesteckt. Der Trichter wird ebenfalls an vier Punkten (rechtwinklig) eingesägt. Den „Kreuzprallteller schiebt man nun in die gesägten Rillen des Trichters. In die vier überstehenden Ecken wird jeweils ein Loch gebohrt und ein Splint durchgesteckt. Am Ende der Trichteröffnung wird die Plastikflasche als Auffangbehälter befestigt. Die etwas größere Kunststoffplatte dient als Dach. Ein zusätzliches Einlegesieb am Trichterboden schont die ebenfalls durch den Alkohol angelockten Nützlinge.

Zusammensetzung der Lockstoffflüssigkeit
Mischung aus Ethylalkohol und Wasser im Verhältnis 1:1.
Die Plastikflasche sollte 4-5cm hoch befüllt sein.

Bezugsadresse für Ethylalkohol
Firma Senger & Butz
Max-Stromeyerstr. 31
78462 Konstanz
Tel.: 07531-63030