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Edel-Eberesche, Vogelbeere

Botanischer Name: Sorbus aucuparia var. edulis Dieck

Familie: Rosengewächse (Rosaceae)

Herkunft und Verbreitung: Die Heimat der bereits im Altertum bekannten Gemeinen Eberesche (Sorbus aucuparia) liegt in Europa und Kleinasien. Um 1810 wurde in Nordböhmen die fast bitterstofffreie Edel-Eberesche als Mutante der Gemeinen Eberesche gefunden. Als erste essbare Ebereschenform wurde sie nach 1900 zunehmend in Baumschulen vermehrt und gehandelt. Heute wird nur die Edel-Eberesche als Wildobst genutzt. Sie ist in Mittel- und Osteuropa, Skandinavien, Nordamerika und Asien verbreitet.

Aussehen: Edel-Ebereschen wachsen als Sträucher oder kleine Bäume, sie erreichen eine Höhe von 3-15m. Ihre Blätter sind unpaarig gefiedert und wechselständig. Im Mai und Juni erscheinen die weißen, zu Dolden angeordneten Blüten. Die scharlachrot gefärbten Früchte sind kugelig mit einem Durchmesser von 1-1,5cm. Sie werden bei uns auch "vogelbeere" genannt. Das Fruchtfleisch ist gelblich und schmeckt süß. Die Edel-Eberesche ist selbstfruchtbar.

Anbau: Die Edel-Eberesche verträgt das rauhe Klima der Mittelgebirge ausgezeichnet. In diesen obstbaulichen Grenzlagen ist sie eine konkurrenzlose Frucht. Für eine optimale Entwicklung benötigt sie viel Licht und eine hohe Luftfeuchte. Auf frischen, humosen, mittelschweren und feuchten Böden gedeiht diese Obstkultur am besten. Der Baum ist sehr frosthart, Minustemperaturen von bis zu -30°C werden problemlos überstanden. Bei einer Pflanzung an Straßenrändern muss ihre starke Salzempfindlichkeit (Streusalz im Winter) berücksichtigt werden. Die Bitterstofffreiheit wird bei der Aussaat nicht auf die Sämlinge übertragen, deshalb ist die Veredlung auf eigene Sämlinge oder auf Sämlinge der Gemeinen Eberesche nötig. In den ersten Jahren sollte ein lockeres und kräftiges Astgerüst aufgebaut werden, in den weiteren Jahren ist nur ein Auslichtungsschnitt alle 4-5 Jahre notwendig. Die Edel-Eberesche wird als gering feuerbrandanfällig eingestuft. Als Schädling tritt die Ebereschenfruchtmotte (Apfelmotte) auf. Sie befällt auch den Apfel. Daneben sind die Beeren stark vogelfraßgefährdet. Die Ernte erfolgt von Ende August bis Ende September. Dabei werden die gesamten Fruchtdolden vorsichtig abgebrochen.

Verwendung: Die Fruchtnutzung der Edel-Eberesche steht im Vordergrund. Früh geerntete Früchte sind orangefarben, sauer und vitaminreich. Sie eignen sich zur Herstellung von Gelee, Marmelade, Kompott und kandierten Früchten. Der zu diesem Zeitpunkt noch sehr hohe Säuregehalt stabilisiert das Vitamin C in den Verarbeitungsprodukten. Der Vitamin-C-Gehalt der Vogelbeeren liegt zwischen 50 und 150 mg/100g Frischsubstanz. Die etwas später zur Vollreife geernteten Früchte sind teigig.  Sie finden bei der Saft-, Wein- und Likörherstellung Verwendung. Die Beeren können in geringem Maße auch roh verzehrt werden. Sie sind relativ gut haltbar, jedoch kommt es bei längerer Lagerung zu Vitaminverlusten und zum Zucker- und Säureabbau.
Das mittelharte, elastische und rötliche Holz der Edel-Eberesche ist für Drechsler-, Tischler- und Schnitzarbeiten gut geeignet. Als Ziergehölz und Bienenweide (sehr aromatischer, rötlicher Honig) verfügt die Edel-Eberesche über zusätzlichen Nutzwert.