Die Kernobstnotierung
Die Obstregion Bodensee ist mit rund 7.000 ha Kernobstfläche (Äpfel, Birnen) und einem Produktionsvolumen von 250.000 t neben der Region Niederelbe das bedeutendste Obstanbaugebiet Deutschlands. Der Großteil der jährlichen Apfel- und Birnenernte dieser Region wird von etwa 15 genossenschaftlichen und privaten Unternehmen vermarktet. Dem steht eine große Zahl landwirtschaftlicher Betriebe mit Selbstvermarktung von Äpfeln und Birnen gegenüber.
Ein ausgewogener und für alle Beteiligten akzeptabler Preis kommt nur zustande, wenn alle möglichst umfassende und vollständige Informationen über die Marktgegebenheiten haben und ihre Verhandlungspositionen daran ausrichten können. Bis Mitte der 60er Jahre erfolgte die Preisbildung für Tafel-Kernobst am Bodensee überwiegend auf Obstversteigerungen. Dies führte je nach Ernte zu extremen Preisschwankungen.
Technische Entwicklungen wie Fax und E‑Mail verbesserten die schnelle Kommunikation und Verbreitung der Notierungsergebnisse. Ende 2008 konnte durch die Digitalisierung der Notierung ein weiterer Meilenstein gesetzt werden (Internet-Portal siehe rechts). Nun können die Notierungsteilnehmer von ihrem eigenen PC-Arbeitsplatz aus, via Internet und über Telefonkonferenz an der Notierung teilnehmen. Die Mitglieder der Notierungskommission müssen also nicht mehr am KOB zusammenkommen, was ökonomische wie ökologische Vorteile bietet.
Aufgrund ihrer Bedeutung für den Obstmarkt hat die Kernobstnotierung Bodensee eine Leitfunktion für die Kernobstvermarktung nicht nur im Bodenseegebiet, sondern im ganzen Land erhalten. In anderen deutschen und europäischen Obstregionen (Niederelbe, Südtirol, Steiermark) wurden in den vergangenen Jahren nach dem Vorbild der Kernobstnotierung Bodensee ähnliche Preisfindungseinrichtungen geschaffen.
Für Mitglieder der Notierungskommission:
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